Hufrehe

Was versteht man unter Hufrehe?

 

Hufrehe ist ein entzündlicher Prozess im Huf, der dem betroffenem Pferd sehr starke schmerzen bereitet und bei dem es sofortige Handlung bedarf.

 

Bei Hufrehe wird die Durchblutung gestört und die Lederhaut löst sich ab. Im schlimmsten Fall kann es zum Ausschuhen oder Tod führen.

 

 

 

Wie erkenne ich Hufrehe?

 

Das ein Pferd an Hufrehe leidet erkennt man oft am "Rehestand" (siehe Bild oben). Das Pferd versucht dem Schmerz auszuweichen,indem es die Vorderbeine nach vorne streckt. Andere Pferde entlasten, abwechselnd von einem Bein auf das andere . Andere Anzeichen sind oft der sogenannte Wendeschmerz, Ballenfußung, warme Hufe und Pulsation.

Bei Chronischer Hufrehe zeigen sich oft die typischen "Reheringe" am Huf und die weisse Linie ist verbreitert.

 

Was ist bei einem Hufreheschub zu tun?

 

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Pferd hat einen Reheschub dann stellen Sie es bitte möglichst "ruhig". Damit meine ich keine Beruhigungsmittel, sondern dass das Pferd sich möglichst wenig bewegt. Holen Sie es von der Weide (Gras sollte sowieso erst einmal kein Thema sein)  und stellen Sie es möglichst weich (Box dick mit Spänen eingestreut oder auf nassen Sand).

Informieren Sie auf jeden Fall Ihren Tierarzt, damit er so schnell wie möglich Entzündungshemmer geben und weitere Maßnahmen einleiten kann. Schmerzmittel sind empfehlenswert um dem Tier die starken Schmerzen zu nehmen, jedoch muss man darauf achten dass das Pferd sich, auch wenn es erst einmal nach einer Besserung aussieht,  trotzdem nicht zu viel bewegt, nur weil es die Schmerzen akut nicht mehr so stark fühlt!

 

Ein weiter wichtiger Punkt ist das Kühlen der Hufe. Es soll Pferde geben die sich brav mit den Hufen in Wassereimer mit Eiswasser stellen lassen-lässt Ihr Pferd das zu stellen Sie es bis zum Eintreffen des Tierarztes in Eimer.

Gehört Ihr Pferd, so wie viele Exemplare, zu der Spezies die Wasser in Eimern ganz interessant zum auskippen findet, jedoch seine Hufe nicht hinein stellen will dann hat sich eine andere Methode bewährt: ziehen Sie Ihrem Pferd Socken/Strümpfe an und füllen Sie diese mit Crusheis! (keine Angst,es ist nicht zu kalt!)

 

Wie geht es nach der Erstversorgung weiter?

 

War Ihr Tierarzt da und hat das Pferd erst einmal versorgt ist es sinnvoll circa 10 tage nach dem Schub Röntgenaufnahmen der Hufe zu machen, um eventuelle Veränderungen (Keine Veränderungen/Rotation/Senkung) im Huf festzustellen, nach denen wir als Hufbearbeiter den Huf wieder korrigieren können.

 

Das Pferd sollte in dieser Zeit trotzdem weiter ruhig gehalten werden und die Beine sind weiter zu kühlen, so lange die Hufe noch erwärmt sind.

 

Ein normaler Beschlag, also kein spezieller Rehebeschlag, ist bei einem akuten Reheschub zu entfernen.

 

Hufbearbeitung

 

Die Bearbeitungsabstände müssen nun in kürzeren Intervallen erfolgen (höchstens 4 Wochen Abstand) um dem Pferd optimal zu helfen. Anhand der vorhandenen Röntgenbilder können wir das weitere Vorgehen und die nötige Bearbeitung besprechen.

 

Fütterung

 

Dem Pferd sollte, vor allem bis die Ursache des Schubes gefunden wurde, nur Heu gefüttert werden. Dies sollte man am besten vor dem Füttern wässern.

 

Bitte auch davon absehen Leckerlies,Brot,Gras, Äpfel etc. zu füttern, Sie tuen Ihrem Pferd damit keinen Gefallen!

 

Muss man Medikamente verabreichen kann dies in Zusammenhang mit einer Hand voll eingeweichter Heucobs oder unmelassierten Rübenschnitzeln erfolgen.

 

 

Haltung und Training

 

Bitte machen Sie nicht den Fehler Ihr Tier wieder zu Früh zu seiner Herde zu lassen oder mit dem Training zu beginnen!

Gerade Pferde die während des Schubes Schmerzmittel bekommen neigen dazu "zu früh wieder fit auszusehen". 

Sprechen Sie sich auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt und Hufmenschen ab was in der Zeit das Beste für Ihr Tier ist.

 

Läuft das Tier wieder "normal" und sie haben das Okay von Tierarzt und Hufbearbeiter fangen Sie mit langsamen, kurzen Spaziergängen auf weichen, ebenen Boden an. Diese können dann langsam und vorsichtig gesteigert werden.

Zwingen Sie das Pferd nicht zu laufen wenn es nicht mag!

 

Ursachen herausfinden

 

Ein sehr wichtiger Punkt nach einem Hufreheschub ist es, herauszufinden wieso das Pferd erkrankt ist. Dies ist natürlich wichtig um das Tier vor einem weiteren Schub zu bewahren, denn es wird höchst wahrscheinlich für den Rest seines Lebens Anfällig sein.

Die Ursache muss also herausgefunden und abgestellt werden.

 

Man unterscheidet unter verschiedenen Hufrehearten:

 

Futterrehe (Futter als Auslöser)

  • Zu viel Futter. Das Pferd hat zu viel Futter bei zu wenig Bewegung bekommen.Oder es hat auf einmal zu viel Futter gefressen z.B. auf den Auslauf gefallene Eicheln, beim Ausbruch ins Mailsfeld oder beim Einbruch in die Futterkammer
  • Vergiftung , das Tier hat Giftige Pflanzen gefressen 
  • Falsches, zu frühes oder zu schnelles Anweiden

 

Thema Weide und Hufrehe!

Hufreheauslöser Gras- wann ist es Gefährlich?

  1. kaltes Wetter /Nachtfrost. Gerade bei zusätzlichen oder darauf folgenden Sonnenschein!Die Hufrehegefahr ist da sehr hoch! Meist im Frühjahr und Herbst.
  2. Temperaturen um den Gefrierpunkt
  3. bei langer Trockenheit
  4. Überweidete und frisch geschnittene Weiden 
  5. Viel Löwenzahn und Klee auf der Weide
  6. Bei zu viel aufgenommenen Gras auf einmal, vor allem bei nicht vernünftiger Anweidung
  7. Als schleichende Gefahr bei sowieso schon übergewichtigen Pferden!

Erkrankungen als Auslöser

 

  • Stoffwechselerkrankungen können oft Gründe für Hufreheschübe sein. Beispiele sind Cushing (ECS) oder auch das Equine Metabolische Syndrom (EMS). Durch spezielle Untersuchungen kann Ihr Tierarzt diese Erkrankungen feststellen und behandeln.
  • Auch andere Krankheiten wie z.B. Kreuzverschlag und Borreliose können Hufrehe auslösen.

Medikamente als Auslöser

 

  • Zur Behandlung von anderen Erkrankungen gegebene Medikamente können manchmal auch zu einem Schub führen.Besonders Cortisonpräparate stehen im Verdacht Hufrehe auszulösen, Phenylbutazone aber auch Impfungen und Wurmkuren können zu Schüben führen.

Belastungsrehe

 

  • Sehr selten wird Hufrehe durch Überbelastung hervorgerufen. Dies kann passieren wenn Pferde lange auf harten Böden laufen wie z.B. Asphalt (Galoppieren beim Ausritt auf Straßen und anderen befestigten Böden sollte vermieden werden) . 
  • Eine weitere Möglichkeit ist, wenn Pferde um ein erkranktes Bein zu schonen, ein anderes übermäßig belasten.

Geburtsrehe

 

  • Tritt unmittelbar nach der Geburt ein (Bei der Stute, nicht beim Fohlen)
  • Entsteht wenn sich die Nachgeburt nicht oder nicht vollständig gelöst hat und somit kleinste Teile verbleiben und durch die Bakterielle Zersetzung Endotoxine in die Blutbahn gelangen.

 

Es kann also viele Auslöser für einen Hufreheschub geben. Manchmal bedingen sie sich auch gegenseitig. Trotzdem sollte man zum Wohle seines Pferdes die Ursache für die Erkrankung finden und beseitigen.